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3 Fehler, warum Ärzte mit Social Media keine Patienten gewinnen

Viele Praxen starten motiviert mit Social Media und geben nach wenigen Monaten wieder auf. Dabei hält die Bundesärztekammer fest, dass soziale Medien längst auch für Ärztinnen und Ärzte selbstverständlich geworden sind. Als Praxisinhaber stellt sich deshalb die Frage, warum sich die investierte Zeit und das Geld so selten auszahlen. Die Antwort liegt meist in denselben drei Fehlern.

Die Medizin steht vor neuen Herausforderungen

Immer mehr Ärztinnen und Ärzte denken darüber nach, mit Social Media zu beginnen, oder haben es bereits ausprobiert. Die Bundesärztekammer stellt fest, dass soziale Medien längst auch für Ärztinnen und Ärzte selbstverständlich geworden sind. Als Praxisinhaber stellt sich jedoch die Frage, welchen konkreten Nutzen diese Plattformen für die eigene Praxis haben und ob sich der Einsatz von Zeit und Geld lohnt. Die meisten scheitern dabei an denselben drei Fehlern.

Fehler 1: Social Media nebenbei machen wollen

Der Praxisalltag ist voll, bevor die erste Minute für Social Media eingeplant ist. Beim Praxis‒Panel des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung stimmten 2023 90,6% der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte der Aussage zu, sich durch bürokratische Aufgaben überlastet zu fühlen. Eine Civey‒Umfrage für die Kassenärztliche Bundesvereinigung unter rund 5.000 Vertragsärzten kommt auf durchschnittlich 61 Tage im Jahr, die allein für Papierkram anfallen, zusätzlich zu den medizinischen Kernaufgaben.
Wo soll da noch Platz für Videos sein?
Genau hier liegt der erste Fehler. Viele unterschätzen, was ein Auftritt verlangt, der dauerhaft funktioniert: Man muss die Plattformen und ihre Logik verstehen, passende Formate finden, Inhalte planen, drehen, schneiden und veröffentlichen, und dabei die berufsrechtlichen Vorgaben im Blick behalten.

Das typische Muster ist deshalb immer gleich: ein motivierter Start, dann werden die Beiträge unregelmäßiger, bis der Kanal schließlich einschläft. Die investierte Zeit ist damit verloren, bevor sie überhaupt wirken konnte. Dazu kommt, dass viele ohne Konzept beginnen und einfach drauflos posten. Ohne roten Faden entsteht jedoch kein erkennbares Bild. Sinnvoller ist es, vorab ein paar Fragen zu klären: Was sind meine persönlichen Stärken? Welche Fragen stellen mir Patientinnen und Patienten immer wieder? Und wie möchte ich mich und meine Praxis nach außen präsentieren? Wer diese Antworten hat, braucht danach nur noch eines: eine ehrliche Entscheidung, ob er dafür feste Zeit einplant oder die Umsetzung an jemanden abgibt, der sich damit auskennt.

Fehler 2: Verkaufen wollen statt Vertrauen aufbauen

Viele Praxen starten mit einer klaren Erwartung: ein paar Beiträge über die eigenen Leistungen, dann kommen die Anfragen. Bleiben sie aus, fällt das Urteil schnell, Social Media bringt nichts, und der Kanal wird abgebrochen. Das Problem ist dabei nicht die Plattform, sondern die Erwartung.
Vertrauen entsteht auf Social Media nach derselben Logik wie im echten Leben: durch wiederholten Kontakt.
Die Psychologie beschreibt das als Mere‒Exposure‒Effekt. Der Sozialpsychologe Robert Zajonc formulierte 1968 die Hypothese, dass die bloße wiederholte Begegnung mit etwas die Einstellung dazu verbessert. Seitdem wurde der Effekt vielfach untersucht, unter anderem in einer Metaanalyse von 208 Experimenten. Hinzu kommt ein zweiter Effekt, den die Forschung als parasoziale Beziehung bezeichnet: Wer eine Person regelmäßig in Videos sieht, hat irgendwann das Gefühl, sie zu kennen, auch ohne ihr je begegnet zu sein.
Übertragen auf die Praxis heißt das: Ein Arzt, der regelmäßig verständlich erklärt, wird mit der Zeit vertraut. Er zeigt Video für Video, wie er denkt und arbeitet. Entsteht bei jemandem ein Bedarf, ist er im Kopf schon da. Anfragen können daraus folgen, aber sie sind die Folge von Vertrauen und kein Automatismus. Wer nach wenigen Wochen Patientenzahlen erwartet, misst Social Media an etwas, das es so nicht leistet.
Werbliche Beiträge helfen dabei kaum weiter. Sie wirken wie Anzeigen und schaffen weniger Vertrauen. Für Ärzte kommt hinzu, dass anpreisende Werbung berufsrechtlich ohnehin untersagt ist. Wo genau die Grenze verläuft, erklären wir im Beitrag „Darf ein Arzt überhaupt Werbung machen?".
Aufklärung wirkt hier doppelt: Sie ist erlaubt, und sie schafft genau das Vertrauen, auf das es ankommt. Wichtig ist dabei die richtige Dosierung. Eine Metaanalyse von 2017 zeigt, dass die positive Wirkung wiederholter Begegnung nicht unbegrenzt steigt, sondern ab einem Punkt wieder abnimmt. Regelmäßig und abwechslungsreich ist deshalb wirksamer als möglichst viel.

Fehler 3: Social Media pauschal als unseriös abtun

Wer an Instagram, Facebook oder TikTok denkt, hat oft ein bestimmtes Bild im Kopf: Sketche, Challenges, Urlaubsfotos, Bilder von der letzten Familienfeier. Unterhaltung und Vernetzung unter Freunden.
Unter vielen Kollegen genießt Social Media deshalb keinen guten Ruf, und wer darüber nachdenkt, fragt sich schnell, was die anderen wohl sagen würden. Die Folge: Viele fangen gar nicht erst an, oder nur halbherzig.
Ganz unbegründet ist die Skepsis nicht. 59% der Befragten einer repräsentativen Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung gaben an, sich bei der Suche nach Gesundheitsinhalten auf Social‒Media‒Plattformen häufig oder gelegentlich falsch informiert gefühlt zu haben.
Doch ist das Medium unseriös, oder sind es bestimmte Inhalte darauf?
Dieselben Plattformen, auf denen Katzenvideos laufen, dienen auch der Aufklärung. Wer Zahnschmerzen hat und eine Karies vermutet, sucht dort ebenso nach Erklärungen wie bei Google. Die Frage ist nur, auf welche Quelle er dabei trifft.
Wie seriös ein Auftritt wirkt, entscheidet also nicht die Plattform, sondern die Art, wie man sie nutzt. Ein Beispiel liefert die Standesvertretung selbst: Die Bundesärztekammer betreibt eigene Kanäle auf Instagram und YouTube. Gerade weil dort viel Fragwürdiges kursiert, hat fundierte ärztliche Aufklärung auf diesen Plattformen einen besonderen Wert.
Quelle: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2025/deutsche-wuenschen-sich-vertrauenswuerdige-gesundheitsinformationen-im-netz?

Was Social Media Ihrer Praxis wirklich bringt

Bleiben Sie beschreibend statt bewertend. Erklären Sie, wie eine Behandlung abläuft, welche Voraussetzungen es gibt und worauf Patienten sich einstellen können. Benennen Sie auch Grenzen und Alternativen, das wirkt souverän und ist rechtlich unbedenklich. Und verzichten Sie auf Aussagen über den Erfolg, denn kein Behandlungsergebnis lässt sich garantieren.
Wer so vorgeht, zeigt Kompetenz, ohne sich angreifbar zu machen.
Quelle: https://www.bertelsmann‒stiftung.de/de/themen/aktuelle‒meldungen/2025/deutsche‒wuenschen‒sich‒vertrauenswuerdige‒gesundheitsinformationen‒im‒netz? Quelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft‒Umwelt/Einkommen‒Konsum‒Lebensbedingungen/IT‒Nutzung/_inhalt.html?

Fazit

Die drei Fehler haben eines gemeinsam: Sie führen dazu, dass Social Media nie die Chance bekommt zu wirken. Wer es nebenbei versucht, verliert den Atem. Wer sofort Patienten erwartet, bricht zu früh ab. Und wer es pauschal als unseriös abtut, fängt gar nicht erst an. Mit einem klaren Konzept, Aufklärung statt Werbung und der nötigen Regelmäßigkeit wird aus dem Kanal dagegen eine Investition in die Sichtbarkeit und das Ansehen der eigenen Praxis. Wer ihn pauschal ablehnt, ohne sich ernsthaft damit befasst zu haben, überlässt diese Sichtbarkeit den Kollegen, die ihn ernst nehmen.
Ihre nächsten Schritte
Wenn Sie Social Media für Ihre Praxis nutzen möchten, mit einem klaren Konzept und seriösen Inhalten, während Sie sich auf Ihre Patientinnen und Patienten konzentrieren, besuchen Sie unsere Website www.medifyagency.de und vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch. Gemeinsam schauen wir, welche Themen und Formate zu Ihnen passen und wie Ihr Auftritt aussehen kann.
Zwei Männer in weißen Poloshirts gehen und lächeln, Social-Media-Icons und Text zu hochwertigem Content sichtbar.
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Häufig gestellte Fragen

Warum bekomme ich über Social Media keine Anfragen für meine Praxis?
Muss ich regelmäßig posten, um über Social Media Anfragen für meine Arztpraxis zu bekommen?
Wie schnell bringt Social Media neue Patienten?
Kann ich Social Media als Arzt erfolgreich neben dem Praxisalltag machen?
Welche Inhalte eignen sich für Ärzte auf Social Media?
Ist Social Media unseriös für mein Praxisimage?
Welche Social-Media-Plattformen sind seriös genug für Arztpraxen?
Lohnt sich Social Media für eine Arztpraxis überhaupt?
Darf ich als Arzt auf Social Media für meine Leistungen werben?
Brauche ich ein Konzept, um mit Social Media zu starten?
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